Wie lange dauert es, bis eine Gewohnheit gebildet wird?

Wie lange dauert es, bis eine Gewohnheit gebildet wird?

Häufig werde ich gefragt: „Wie viele Wiederholungen braucht es, bis sich eine Gewohnheit bildet?“ oder „Stimmt es, dass man in 21 Tagen eine neue Gewohnheit bilden kann?“

Erstaunlich, wie lange sich manche Mythen halten, vor allem im Internet.

Der mit den 21 Tagen geht auf das 1960 erschienene Selbst-Hilfe Buch „Psycho-Cybernetics“ des Schönheitschirurgen Maxwell Maltz zurück, der feststellte, dass es durchschnittlich 21 Tage brauchte, bis seine Patienten sich an ihre neue Nase gewöhnten. Ähnlich verhält es sich mit anderen magischen Zahlen, seien es nun 66 Tage oder 100 Wiederholungen.

Also, wie lange dauert es wirklich? Ich denke, Sie ahnen die Antwort schon … Genau: “Es hängt davon ab.”

Gewohnheiten entwickeln sich allmählich und graduell.

Stärkere und stabile Verhaltensauslöser können den Prozess beschleunigen. Also, am besten das neue Verhalten an bestehende Gewohnheiten andocken. Wie das geht? Hier erfahren Sie mehr.

Wie schnell eine Gewohnheit gebildet wird, hängt auch von der Komplexität des gewünschten Verhaltens ab.

Umso komplexer das Verhalten ist, das Sie zur Gewohnheit machen wollen, desto länger dauert es daraus eine Gewohnheit zu bilden. Außerdem erhöhen Sie so das Risiko des Scheiterns, wenn Sie zu sehr auf die Motivationskarte setzen. Beginnen Sie mit kleinen Schritten!

Um Gewohnheiten zu bilden, braucht unser Gehirn unmittelbar nach der Handlung eine Belohnung.

Die Belohnung muss innerhalb von Sekunden nach dem gewünschten Verhalten erfolgen, weil Ihnen das von Gehirn ausgeschüttete Dopamin einen Zeitrahmen für das Erlernen von Gewohnheiten legt. Optimal ist es, wenn das Verhalten selbst, das Sie zur Gewohnheit machen wollen, als Belohnung wirkt, Ihnen also Spaß macht und Freude bereitet.

Eine hervorragende Möglichkeit neue Gewohnheiten zu bilden, bietet die Tiny Habits®-Methode von B.J. Fogg, dem Gründer und Leiter des Behavior Design Labs an der Stanford University.